Oberallgäuerin Christa Walser-Gehring erreicht 2. Platz bei Sat. 1 Show „Das große Backen“

Wenn das Hobby zum Erfolg wird

Ein Traum ist in Erfüllung gegangen! Christa Walser-Gehring aus Immenstadt-Bräunlings hat nicht nur an der Sat.1 Show „Das große Backen“ teilgenommen, sondern hat es zudem in das große Finale geschafft. Mehr als 500 Stunden Vorbereitungszeit haben sich für die Hobbybäckerin definitiv ausgezahlt! Wir trafen die sehr sympathische Oberallgäuerin im exklusiven Interview und sprachen mit ihr über die spannende, aber auch anstrengende Zeit im Zuge des TV-Formats.

cropped-1669889026-bildschirmfoto-2022-12-01-um-11.02.49
Bild: Sat1 - Claudius Pflug
Wie kam es zu Ihrer Teilnahme bei der SAT.1 Show „Das große Backen“?
Die Sendung schaue ich bereits seit der ersten Staffel. Ich habe mich jedoch nie getraut, an diesem TV-Format selbst teilzunehmen, da es für mich noch so viel zu lernen gab. Mein Mann hatte mich bereits letztes Jahr bei der Sendung angemeldet, wo es jedoch leider nicht gereicht hatte. Dieses Jahr war ich wieder im Lostopf und nach zahlreichen Bewerbungsdurchgängen wie zum Beispiel „Livebacken über Zoom“ oder einem Bewerbungsgespräch mit einer Torte vor der Kamera in München, hatte ich die Zusage bekommen, welche ich dann zusammen mit meiner Familie und einer Flasche Sekt erst mal gefeiert habe.

Wie haben Sie sich auf die Show vorbereitet?
Ich habe jeweils die erste und die dritte Aufgabe pro Sendung vorbereiten dürfen. Dafür habe ich mir die Rezepte frei überlegt, Probe gebacken und vor Aufzeichnungsbeginn eingesendet. Zudem habe ich versucht, mich so vielen technischen Prüfungen wie möglich aus den letzten Jahren zu stellen, um beinahe alle Teigsorten einmal Probe gebacken zu haben. Dafür sind auch immer mal wieder Freundinnen und Familienmitglieder mit Zutaten und Rezepten vorbeigekommen, damit ich mich – wie im Back-Zelt auch – nicht darauf vorbereiten konnte. Die Kuchen und Gebäcke habe ich anschließend dann immer an viele Nachbarn, Freunde, Arbeitskollegen und Familienmitglieder verteilt, da mein Mann und ich lieber herzhaft essen. Abnehmer für die Kuchen gab es jedenfalls immer genügend (lacht).

Die bunten Showküchen befinden sich im großen Back-Zelt. Was war der erste Gedanke, als Sie dort standen?
Mein erster Gedanke war: Das Back-Zelt ist viel größer, als es im Fernsehen aussieht. Und es fühlt sich alles einfach so unreal an, wirklich mit neun anderen genauso backverrückten Menschen wie ich im Back-Zelt zu stehen.

Wie war das Verhältnis zu Ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern? Hat man sich gegenseitig geholfen oder stand der Siegeswille im Vordergrund?
Das Verhältnis unter uns ist von Woche zu Woche inniger geworden. Man ist wirklich zusammengewachsen wie eine große Familie. Ich habe meinen Backkolleginnen und Backkollegen bis zur letzten Sendung geholfen, wo es nur ging, solange ich dafür Zeit hatte. Meistens war ich etwas früher fertig und konnte bei den anderen mit unterstützen. Für mich war es ein großes Abenteuer, überhaupt schon dabei sein zu dürfen. Gegen den Sieg hätte ich natürlich nichts einzuwenden gehabt, aber die Erfahrung und die lieben Menschen, die ich währenddessen kennenlernen durfte, stehen für mich im Vordergrund.

Welche Aufgabe ist Ihnen im Gedächtnis geblieben und warum?
Eindeutig die Hexenhand, die aus dem Buch kam. Diese Aufgabe war total meins und ich konnte mich dekorativ ausleben. Auch die Jury hat diese Torte mehr als gelobt. Die Verkostung und die Worte von Juror Christian Hümbs zur Torte werde ich nie vergessen.

Wie ist so ein Drehtag abgelaufen und war es sehr anstrengend, immer eine Kamera um sich herum zu haben?
Ein Drehtag war immer zwischen 11 und 15 Stunden – und das von Montag bis Samstag über fast fünf Wochen hinweg. Die Drehtage waren sehr anstrengend, da man von morgens bis abends einfach angespannt war und immer präsent sein musste. Das Dauergrinsen war jedenfalls anstrengend… schon am ersten Tag hatten einige von uns Muskelkater im Gesicht (lacht). Ich habe selbst zwei Monate danach noch gemerkt, dass ich einfach viel mehr Schlaf brauchte und der ganze Dreh mich doch recht erschöpft hatte.

Was war Ihr ganz persönliches Highlight der Show?
Mein persönliches Highlight der Show waren tatsächlich die ganzen Gastjuroren. Es war einfach etwas Besonderes, dass bei der Jubiläumsstaffel so viele Gäste dabei waren und wir sie kennenlernen durften.

Wie wurden Sie daheim empfangen und was haben Freunde und Familie zur Finalteilnahme gesagt?
Ehrlich gesagt, war mein Mann, als ich daheim angekommen bin, im Bett und hat geschlafen – ihm ging es damals nicht so gut… Ich habe ihm zwar bei der Abfahrt in Luckenwalde geschrieben, wann ich ungefähr eintreffen werde, aber den Wecker hatte er überhört. Kurze Zeit später ist meine ganze Familie mit ein paar Sektflaschen eingetroffen und wir haben darauf angestoßen, dass ich zurück war. Nachdem mein Mann eine halbe Stunde später einen positiven Schnelltest hatte, löste sich der Willkommenstreff relativ schnell wieder auf. Alle waren aber froh, dass ich wieder zurück war und sie konnten kaum erwarten, dass ich ihnen alles erzählte. Jedenfalls waren alle hellauf begeistert, dass ich so weit gekommen bin und freuten sich schon riesig auf den Ausstrahlungsstart.

Haben Sie sich im Nachhinein die Folgen angesehen und wie hat sich das angefühlt?
Ich habe mich auf jede einzelne Folge gefreut und bin wie mein größter Fan jede Sekunde vor dem Fernseher gesessen. Oft habe ich die Folgen auch ein zweites Mal angesehen, weil es doch viele Dinge gibt, die einem beim ersten Mal nicht auffallen. Durch den Geräuschpegel im Back-Zelt habe ich auch viele Dinge von meinen Kollegen nicht mitbekommen. Deshalb waren die Folgen sehr interessant, auch wenn man eigentlich im Geschehen dabei war.

Wissen Sie schon, wie es jetzt weiter geht? Gab es viele Anfragen oder Angebote nach der Show?
Ich habe schon während der Ausstrahlung viele Anfragen und Angebote bekommen. Es gibt viele Konditoreien und Cafe’s, die ich hier übernehmen könnte. Allerdings muss ich mir erst noch Gedanken machen, wo hin es mit dem Backen noch gehen soll. Ideen hätte ich jedenfalls genügend. Voraussichtlich werde ich Anfang nächstes Jahr noch die Konditorausbildung machen… und dann mal sehen, wohin es mich verschlägt.