Bürgermeister*innen und Landräte der Region Ulm blicken auf 2020 zurück

Stadtoberhäupter ziehen Resümee

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Bürger und Gemeinden begrüßten die bevorstehenden zwölf Monate unbekümmert mit prachtvollen Feuerwerken und gemeinsamen Silvestersausen. Doch der Optimismus währte nicht lange. Auch, wenn das Jahr 2020 seit Mitte März von der Corona-Pandemie geprägt wurde, blicken die Stadtoberhäupter in und um Ulm stolz auf die vergangene Zeit zurück. Wir haben nachgehakt, welchen Herausforderungen sich die Stadtchefs annehmen mussten und wie sie diese meistern konnten.

Norbert Zeidler, Oberbürgermeister der Stadt Biberach

Wie ein Schleier hat sich im zu Ende gehenden Jahr die Corona-Pandemie über das ganze Leben auch bei uns in Biberach gelegt. Wir waren alle gemeinsam mit Herausforderungen und Härten konfrontiert, wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gab. Vieles von dem, was unser Leben normalerweise reichhaltig und bunt macht, musste ausfallen. Lichtblicke gab es für mich überall dort, wo die Krise ein besonders hohes Maß an Kreativität freigesetzt hat. Ich denke hier zum Beispiel an die Schützentage hier bei uns in Biberach: Obwohl unser Schützenfest heuer ausfallen musste, war das Schützengefühl in unserer Stadt doch erlebbar und greifbar. Auch die gesellschaftliche Solidarität, die gegenseitige Rücksichtnahme, die überall erlebbar war, hat mich beeindruckt.

Alexander Baumann, Erster Bürgermeister der Stadt Ehingen

Das Jahr 2020 war auch für Ehingen geprägt von der weltweiten Corona-Pandemie. Zu Beginn des Jahres erlebten wir in Ehingen noch das fröhliche närrische Treiben der Fasnet, bevor das öffentliche Leben im März in vielen Bereichen zum Stillstand kam. Im Mittelpunkt der Verwaltungsaufgaben stand plötzlich die Eindämmung der Pandemie. Aus verschiedenen Verwaltungsbereichen wurden Mitarbeiter zusammengezogen, um bislang ungewohnte Aufgaben, wie beispielsweise die Verfügung von Quarantänen, zu erledigen.

Trotz der Corona-Pandemie konnten in Ehingen viele Projekte umgesetzt werden. Fördergelder von zirka zehn Millionen Euro für den Breitbandausbau wurden bewilligt und teilweise bereits verplant oder verbaut, Wohngebiete im Stadtgebiet und in einigen Teilorten erschlossen oder Straßen und Brücken saniert. Dank der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten Verwaltung und Gemeinderat trotz schwieriger Umstände vieles für Ehingen erreichen.

Joachim Eisenkolb, Erster Bürgermeister der Stadt Elchingen

Wir blicken auf ein Jahr mit ungeahnten Herausforderungen zurück. Die Menschen in Elchingen konnten sie mit Disziplin, Zuversicht und Vertrauen wohlbehalten meistern. Stolz blicken unsere Bürger auf den neu gestalteten Kirchenvorplatz in Oberelchingen, der im Frühjahr der Öffentlichkeit übergeben wurde und der den ersten Teil unseres städtebaulichen Vorzeigeprojektes, der Ortskernsanierung Oberelchingen bildet.

Bezahlbaren Wohnraum schafft die interkommunale Wohnbaugesellschaft der Gemeinde mit einem Mehrfamilienhaus, ein umfangreiches Baugebiet reagiert auf die wachsende Nachfrage nach unserer vielseitigen Gemeinde. Dies alles wird ermöglicht durch die konstruktive Zusammenarbeit von Bürgerschaft, dem heuer neu gewählten Gemeinderat und den Fachleuten der Verwaltung. Bedanken möchte ich mich bei, die sich für das gute Zusammenleben in unserer Gemeinde eingebracht haben, gleich ob beruflich oder im Ehrenamt. Gemeinsam bringen wir Elchingen voran!

Gerhard Jauernig, Oberbürgermeister der Stadt Günzburg

Ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Herausforderungen und Auswirkungen der Pandemie haben uns auch gezeigt, wie wichtig soziales Miteinander ist; wie hilfreich es ist zu wissen, dass es Menschen gibt, denen man sich verbunden fühlt. 
Das zeigt uns: Das Wichtigste ist Frieden auf der Welt und Gesundheit für jeden Einzelnen. 
Ihnen allen wünsche ich in dieser besonderen Zeit ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das neue Jahr Glück, Gesundheit und Zuversicht. Halten wir auch weiterhin gut zusammen! 

Hubert Fischer, Erster Bürgermeister der Stadt Krumbach

Das Jahr 2020 neigt sich seinem Ende entgegen. Und wenn ich es mir recht überlege, hat am Jahresanfang keine Prognose, kein Horoskop oder sonstige Propheten, das wesentliche Ereignis des Jahres vorhergesehen.
Ein Virus legt das ganze Land, ja die halbe Welt lahm. Am Tag nach der Kommunalwahl ging nichts mehr. Keine Schulen, kein Kindergarten, nicht einmal Haare schneiden. Das Haus sollte nur noch für unbedingt notwendige Erledigungen verlassen werden.

Anstatt Aufbruch mit neuen Stadträten und neuen Themen, gab es erst einmal nur Absagen.
Doch übers Jahr hat sich auch gezeigt, der Mensch ist nicht dafür gemacht reglos in Angst zu verharren, er möchte etwas bewegen, der Mensch braucht den Kontakt zu Anderen. Wir brauchen Optimismus und Ziele auf die wir hinarbeiten können.

Und so sind auch in diesem außergewöhnlichem Jahr in Krumbach wieder viele Dinge auf den Weg gebracht oder gar fertig geworden. Stellvertretend stehen hier die Erweiterung und Modernisierung unserer Kindertagesstätten und Schulen, wie auch der Verkehrsinfrastruktur. Die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur wird uns die nächsten Jahre noch vor große Herausforderungen stellen. Dies alles können und werden wir in der Stadt Krumbach, wie auch anderswo, nur Gemeinsam lösen.

Gerold Rechle, Oberbürgermeister der Stadt Laupheim

Kaum ein anderes Thema hat das Jahr 2020 so stark geprägt, wie die Corona-Pandemie. Während des Jahres hat Covid 19 auch uns in Laupheim vor einige Herausforderungen gestellt, jedoch konnten diese bisher gut gemeistert werden. Dies lag vor allem daran, dass die Bürgerinnen und Bürger sich in einem äußerst hohen Maße solidarisch, rücksichtsvoll und umsichtig gezeigt haben.
Der starke Gemeinschaftssinn und der feste Zusammenhalt hat sich durch ehrenamtliche Aktionen, durch nachbarschaftliche Hilfe und durch die allgemeine Rücksichtnahme gezeigt.

Dafür möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen. Trotz dieser schwierigen Situation haben wir wichtige Projekte angestoßen, weiterverfolgt und abgeschlossen. So haben wir mit anderen Partnern zusammen den Grundstein gelegt für den Neubau eines Gesundheitszentrums in Laupheim, in dem u.a. ein Zentrum für Älterenmedizin sowie ein Ärztehaus entstehen wird. Ebenso wurde konsequent die Sanierung unserer Schulgebäude sowie die Umsetzung des Medienentwicklungsplanes vorangetrieben und mit der Neugestaltung des 1. Bauabschnittes der Kapellenstraße wurde der Auftakt zur Attraktivierung unserer Stadtmitte vollzogen.

Katrin Albsteiger, Oberbürgermeisterin der Stadt Neu Ulm

2020 wird definitiv in Erinnerung bleiben: Mein persönliches Highlight war natürlich die Kommunalwahl, bei der mir die Mehrheit der Neu-Ulmerinnen und Neu-Ulmer ihr Vertrauen ausgesprochen und mich zur Oberbürgermeisterin ihrer Stadt gewählt haben. Seit Mai ist es mir Ehre und Verpflichtung zugleich, mich mit meiner ganzen Energie für unsere Stadt einzusetzen. Überschattet wird das Jahr durch Corona. Wir alle müssen auf Liebgewonnenes genauso verzichten, wie auf Dinge, die für uns immer selbstverständlich waren.

Ein geselliges städtisches Miteinander war heuer nicht möglich. Viele Veranstaltungen mussten abgesagt, einige konnten umgeplant werden. Eine wichtige städtische Aufgabe war es, neue Formen des Austauschs zu ermöglichen. Die Bürgerbeteiligung für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept hat die Verwaltung beispielsweise komplett digital umgesetzt. Corona zwingt uns alle dazu, neue Wege zu gehen. Ich sehe dies nicht nur als Bürde, sondern vor allem auch als Chance.

Claudia Schäfer-Rudolf, Erste Bürgermeisterin der Stadt Senden

Das Jahr 2020 verlief seit Mitte März bis heute außergewöhnlich. Corona brachte und bringt uns in eine Situation des Stillstandes und der Lähmung in den verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft – die Krise hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Plötzlich erscheint der Arbeitsplatz unsicher, Treffen mit Familie und Freunden sind kaum möglich, uns fehlt die unbeschwerte Fröhlichkeit der Festle, Feiern und Konzerte.

Was die Krise jedoch auch zeigt, ist, dass sich viele Menschen miteinander solidarisiert haben. So haben sich bei uns in Senden die Vereine, Familien, Nachbarschaften, aber auch völlig fremde Menschen gegenseitig unterstützt. Respekt und gegenseitige Wertschätzung haben den Umgang miteinander geprägt. Darauf bin ich als Sendenerin stolz, es ist sehr wichtig diese Solidarität auch nach der Krise zu leben.

Gunter Czich, Oberbürgermeister der Stadt Ulm

Was für ein Jahr! Niemand hätte sich am Anfang des Jahres vorstellen können, wie dieses neuartige Virus unser aller Leben umkrempeln würde. Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger haben mit großer Solidarität und Rücksichtnahme auf die Einschränkungen im Alltag reagiert und so dafür gesorgt, dass wir relativ gut über den Sommer gekommen sind. Nun sind die Ansteckungszahlen hoch, höher noch als im Frühjahr, und die härteren Einschränkungen im Alltagsleben sind zurück. Die Leute werden zusehends "coronamüde". So sehr ich das persönlich auch verstehe und nachvollziehen kann: Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, müssen achtsam und vorsichtig bleiben, denn noch ist die Gefahr nicht vorüber. Darum appelliere ich immer und immer wieder: Bleiben  Sie vernünftig, gelassen und verantwortungsbewusst.

Michael Neher, Erster Bürgermeister der Stadt Vöhringen

Was für ein Jahr 2020! Die üblicherweise verwendete Aussage Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende hat in diesem Jahr eine völlig andere Bedeutung gewonnen. Die Corona-Pandemie hat das gesamte Leben, weltweit und auch in der Stadt Vöhringen, seit Beginn vollständig verändert und zeitweise regelrecht lahmgelegt. Die unsichtbare Bedrohung durch das Virus und die sichtbaren Auswirkungen auf unsere Gesundheit und fast sämtliche Lebensbereiche waren und sind nach wie vor beängstigend und schwer einzuschätzen.

Die Krise hat unsere Art zu leben, zu arbeiten, zu organisieren und zu planen völlig auf den Kopf gestellt und uns in unseren persönlichen Freiheiten eingeschränkt. Und doch ging das Leben weiter. Unsere örtliche Wirtschaft, unser öffentliches und auch privates Leben haben sich andere, auch neue Wege suchen müssen und gefunden. Die Kraftanstrengungen sind nach wie vor immens. Doch haben wir sie gemeinsam bislang so gut wie möglich gemeistert.

Unsere Vöhringer Bürger aller Generationen, unsere örtlichen Betriebe, unsere Vereine und Organisationen können stolz auf sich sein. Mit Mut, Elan, unglaublich viel Engagement – Stichwort Nachbarschaftshilfe - und neuen Ideen haben wir so viel erreicht in dieser Zeit. Dies verdient unser aller Respekt, Dank und Wertschätzung. Es gibt uns jedoch allem voran Mut und ist eine gute Basis für eine hoffentlich erfreulichere Zukunft im kommenden Jahr.
Vöhringen bleibt zuversichtlich. Vöhringen bewegt.
Wir werden wieder durchstarten!

Dr. Hans Reichhart, Landrat Kreis Günzburg

Fertig? Und los! So hat sich dieses Jahr 2020 im Landkreis Günzburg für meine Mitarbeiter und mich angefühlt. Keine Zeit, um lange nachzudenken. Wir hatten und haben große Aufgaben vor uns. Nicht alle waren freiwillig: Auf die Corona-Pandemie hätten wir gern verzichtet. 
 
Neu im Amt als Landrat, wollte ich 2020 beginnen, meine Ideen im Landkreis Günzburg umsetzen. Das musste nun zeitgleich zu den herausfordernden Aufgaben in der Corona-Pandemie geschehen. Sportlich. Aber machbar. Neben unseren Planungen, wie wir die Pflege im Landkreis neu aufstellen, unseren Projekten wie dem Technologietransferzentrum und dem Umbau unseres Freizeitbades, haben wir täglich Corona-Infektionsketten nachverfolgt.
 
Unser Haus wurde einmal ordentlich durchgewirbelt. Transformation und Disruption auf Verwaltungsebene. Erstes Fazit? Prozesse, die teils Jahre in Anspruch nehmen, haben wir in nur wenigen Monaten umgesetzt: Unsere Schulen wurden mit Tabletts und Laptops ausgestattet, das Gesundheitsamt hat neues Personal gewonnen, wir bereiten uns seit Wochen intensiv auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor. Als die Corona-Inzidenzzahlen es zuließen, haben wir im Sommer das erste Landkreis-Festival auf den Weg gebracht, um unsere hiesigen Künstler zu unterstützen. Das hat gut getan.
 
Das alles ist eine Herausforderung. Doch ich weiß, dass wir als Landratsamt Günzburg auf einem guten Weg sind. In den wenigen Monaten meiner Amtszeit als neuer Landrat habe ich gesehen, was meine Mitarbeiter leisten können. Sie richten ihren Blick aufs Wesentliche: Das Haus weiter auf die Bedürfnisse der Landkreisbürgerinnen und Bürger auszurichten, es für die Fragen der Öffentlichkeit zu öffnen, neue Ideen umzusetzen und Gutes zu bewahren. Das sind unsere Ziele. Wir sind dran.

Thorsten Freudenberger, Landrat Kreis Neu-Ulm

Ausbau der Illertalbahn kommt“ – „Klimawälder gepflanzt“ – „Fernwärme Weißenhorn wächst“ – „Prädikat: Digitale Bildungsregion“ – „Focus Money: Landkreis Neu-Ulm auf Platz 26 aller deutschen Städte und Regionen“. Das waren erfreuliche Botschaften im vergangenen Jahr. Es gab nämlich nicht nur Corona. Aber natürlich war es auch für uns das Thema schlechthin. Ich bin den Menschen unendlich dankbar, die in so vielen Bereichen angepackt, geholfen und zusammengehalten haben. In der Krise zeigt sich der Charakter. Mit Geduld, Ausdauer und Zuversicht werden wir diese große Prüfung gemeinsam bestehen!